|
Der Radfahrerverein Hemmental hatte zur Bundesfeier 2010 eingeladen – und die Hemmentalerinnen und Hemmentaler sowie auch auswärtige Gäste kamen in grosser Zahl. Rund 170 Personen waren es schliesslich, die sich bei schönstem Sommerwetter auf dem Schulhausplatz einfanden.
Die Bundesfeier begann um 09.30 Uhr mit einem von der Dorfmusik musikalisch umrahmten Festgottesdienst. Pfarrer Beat Wanner wies in seiner Predigt darauf hin, dass das Fundament unserer Gesellschaft – auch wenn diese inzwischen multi- und teilweise auch areligiös geworden ist – in der Bibel gründet. Menschen dürfen niemals Wegwerfartikel, Mittel zum Zweck oder Besitz anderer sein, sondern sie haben einen unschätzbaren Wert und eine unantastbare Würde. Unabhängig davon, wer sie sind oder was sie können. Dies ist so, weil ihnen Gott selbst diesen Wert und diese Würde verliehen hat. Und wie der Bundesbrief, die Bundesverfassung, das Rote Kreuz oder auch der Fünfliber auf den Gott der Bibel verweist, so soll unser Leben – im Vertrauen auf Gott, der für uns sorgt – von christlicher Nächstenliebe geprägt sein.
Nach dem Gottesdienst wartete ein reichhaltiger Brunch auf die Anwesenden, der jeglichen Hunger zu stillen vermochte und viele fröhliche Gespräche über die Tische hinweg begleitete.
Um die Mittagszeit stellte Markus Leu, der Präsident des Radfahrervereins, den Festredner vor: Peter Käppler, Stadtrat, Vorsteher des Baureferats und damit auch «höchster Sportler» der Stadt Schaffhausen. Ausgehend von der Frage, was denn der 1. August mit Sport zu tun hätte, beleuchtete Peter Käppler die Entwicklung des Sports über die Jahrhunderte hinweg – von den ersten Olympischen Spielen über die Gladiatorenkämpfe bis zur Bezeichnung «die schönste Nebensache der Welt». Er verwies darauf, dass der moderne Sport eigentlich erst im 19. Jahrhundert als Folge der Industrialisierung entstanden sei – und dass es heute in der Schweiz 22'500 Sportvereine mit über 2 Millionen Mitgliedern gebe. Natürlich gebe es auch Schattenseiten – unanständig hohe Saläre für gewisse Spitzensportler beispielsweise, oder Doping, Wettskandale, Hooliganismus usw. Angesichts der überaus positiven volkswirtschaftlichen Bedeutung des Sports – insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Integration, Jugendarbeit und Lebensschule – laute die Frage heute aber nicht, ob der Staat den Sport unterstützen solle, sondern wie er dies tun könne. Für Peter Käppler ist es ein Glücksfall, dass es in unserem kleinen Paradies unzählige Möglichkeiten für die sportliche Betätigung gibt – unmittelbar vor der Haustür. Diesem Umfeld müsse aber auch Sorge getragen werden. Peter Käppler schloss seine Rede mit dem Hinweis auf die wichtige Rolle des Sports zur Förderung eines positiven Nationalstolzes – er lud die Anwesenden aber auch ein, Kernelemente des Sports auf den Alltag zu übertragen: Integration statt Ausgrenzung, Toleranz, Mitwirkung aller und Fairplay. In diesem Sinn: «Hopp Schwiiz!»
Abgeschlossen wurde die Bundesfeier mit dem gemeinsam gesungenen und von der Dorfmusik begleiteten Schweizerpsalm. Die einen verweilten anschliessend noch etwas länger auf dem Schulhausplatz, andere wiederum machten sich auf den Heimweg – im Wissen darum, dass es ja schon am Abend beim Entzünden des Höhenfeuers oberhalb des Wasserreservoirs eine Gelegenheit für ein Wiedersehen geben würde.
Datum: Sonntag, 1. August 2010 |