Gemeinsam Gutes tun

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Viel war geschrieben worden über den Räbeliechtli-Umzug 2017 – nicht nur in regionalen, sondern auch in nationalen Medien. Dass am Mittwoch, 8. November 2017, um 18.00 Uhr die Strassenlampen in einem Teil Hemmentals verlöschten und viele kleine, kunstvoll verzierte und von stolzen Kinderhänden getragene Lichter die Nacht erhellten, war also keineswegs selbstverständlich. Aber es war ein hoffnungsvoller Ausdruck der Tatsache, dass es in Hemmental viele engagierte Menschen gibt. Menschen, welche bereit sind, die Zusammenarbeit zu suchen und sich für andere einzusetzen. In diesem Fall für die Kinder.

Tags zuvor waren die Väter in grosser Zahl erschienen, um im Saal des extra für sie geöffneten Restaurants Frohsinn die Räben auszuhöhlen und zu schnitzen. Und wenn diese Arbeit vielleicht nicht jedem Vater gleich leichtfällt – es ist keineswegs so, dass die Einladung zum Räbeliechtli-Schnitzen einen grossflächigen emotionalen Kabelbrand verursachen würde. Denn einerseits stellt der Abend eine Rampe für die Väter dar, um ihrem Kind oder ihren Kindern etwas Besonderes zu schenken. Und andererseits ist es auch eine wirklich geschätzte Gelegenheit für die Väter, einander besser kennenzulernen (nicht alle Kindergartenkinder in Hemmental wohnen im Dorf selber!) und eine gute Zeit der Gemeinschaft zu pflegen.

Als es dann am Morgen des Räbeliechtli-Umzugs so schüttete, dass man sich nicht gewundert hätte, wenn die Tiere schon bald paarweise um den Äckerlirank gekommen wären, da tauchte die Frage vielleicht nochmals auf: Wie wird das nur mit dem Räbeliechtli-Umzug? Doch wenn am Abend die eine oder andere Kerze beim Umzug verlöschte, dann war dies nicht irgendwelchen Regentropfen anzulasten. Es blieb trocken, und niemand der in grosser Zahl erschienen Erwachsenen brauchte einen Schirm.

Man spürte etwas davon: Gross und Klein freuten sich, dass der Räbeliechtli-Umzug auch in diesem Jahr stattfinden konnte. Die Lieder der Kinder wurden mit Applaus verdankt, der nächtliche Lichtertanz bewegte die Kinderherzen, und nach der Rückkehr zum Feuerwehrmagazin sorgten Hot-Dogs, Würste, Kuchen, Punsch und Glühwein dafür, dass alle, die in ein temporäres Hungerloch gefallen waren, wieder gestärkt wurden. Und es war genug vorhanden, dass auch noch die Primarschul-Kinder, die am selben Abend in der Mission «Martinsfeuer» unterwegs waren, satt wurden.

Viele engagierte Eltern – in besonderer Weise Martin und Cäcilia Leu, Désirée Greutmann, Stefan Leu, Walter Fink und Nicole Schlatter – hatten sich in organisatorischer Hinsicht um eine reibungslose Durchführung des Räbeliechtli-Umzugs bemüht. Oder sie hatten einen feinen Beitrag ans Kuchen-Buffet geleistet. Unterstützung hatten sie vom Dorfverein Hemmental, aber auch von grosszügigen Sponsoren wie der Zuckerbäckerei Ermatinger oder U-GUET (Caroline Schneidewind) erhalten. Und es ist sicher in besonderer Weise zu erwähnen, dass der Anlass nicht «gegen» die in Hemmental tätigen Lehrpersonen durchgeführt wurde, sondern in enger Absprache und in einem guten Miteinander. Der Einsatz, den gerade die Lehrpersonen – sowohl im Kindergarten als auch in der Primarschule – das ganze Jahr hindurch leisten, verdient Wertschätzung. Denn sie vermitteln nicht einfach einen Pflichtstoff, sondern sie helfen den Kindern mit Kreativität und Engagement, ihre Persönlichkeit zu entfalten, ihre Begabungen weiterzuentwickeln und neue Fertigkeiten zu erlangen.

Und so war der Räbeliechtli-Umzug 2017 eben nicht nur ein Höhepunkt im Kindergarten-Jahr, sondern auch ein Zeichen dafür, dass sich in Hemmental viele Menschen für das Ganze einsetzen und bereit sind, gemeinsam Gutes zu tun.

 

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